Landesstelle Berlin für Suchtfragen e.V.
Gierkezeile 39, 10585 Berlin
Tel.: 030 - 34 38 91 60
Fax: 030 - 34 38 91 62
Mail: info@landesstelle-berlin.de

Öffnungszeiten
Di: 14:00 Uhr - 17:00 Uhr | Do: 11:00 - 15:00 Uhr
und nach Terminvereinbarung

Biografien

Marion

Ich bin 68 Jahre, weiblich und kaufsüchtig.

Ich stamme aus einer Herkunftsfamilie, in der Abhängigkeit und Sucht schon immer eine Rolle gespielt haben. Trotz früh einsetzender, fast durchgängiger Therapie ist es mir lange nicht gelungen, ein gesundes, stabiles Selbstbewusstsein aufzubauen, als Basis dafür, sich fernab von Abhängigkeit und Sucht entwickeln und dementsprechend Beziehungen eingehen zu können. So hat sich in meiner Ehe das Ausgangsmodell zwar nicht eins zu eins wiederholt aber die Sucht bzw. Co-Abhängigkeit blieb mir nach wie vor erhalten.

Anfangs war ich "nur" co-abhängig vom alkoholabhängigen Ehemann und hilflos der sich später beim Sohn entwickelnden Spielsucht ausgesetzt. In der Folge habe ich eine Kaufsucht entwickelt, die im Gesamtrahmen neben einem guten Funktionieren beim Familienmanagement und Erfolg im Beruf erst mal nicht aufgefallen ist.

Im Interesse meines Kindes und durch Selbsterfahrungen während eines Aufenthalts in einer psychosomatischen Klinik traf ich die Entscheidung, mich von da an konsequent mit meiner seelischen Not, mit meiner Sucht und der Problematik in der Familie auseinanderzusetzen. Es folgten viele Erfahrungen in mehreren problemorientierten Gruppen, Gruppentherapien und eine nochmals, zum wiederholten Male begonnene Einzeltherapie.
Es dauerte mangels Angeboten in Berlin dann aber noch mehrere Jahre, bis ich 2009 Zugang zu unserer Selbsthilfegruppe für Kaufsucht fand, der ich bis heute angehöre.

Durch meine Therapie und den Austausch mit anderen Betroffenen in der Selbsthilfegruppe und dies auf Augenhöhe ist es mir gelungen, der Sucht die unterschwellige fatale, bis dahin unreflektiert wirkende Wucht zu nehmen, sie zu "normalisieren", bearbeiten zu können. Sie ist zwar nicht verschwunden, kann aber durch das Dranbleiben am Thema wirksamer kontrolliert werden. Die Gruppe ist für mich ein Rahmen für die Entwicklung von Vertrauen in meine Selbstheilungskräfte und die der anderen.

Die kontinuierliche Gruppenarbeit schärft mein Bewusstsein für gesundes Verhalten und für Gefahren im Zusammenhang mit meiner Sucht. Durch meine Therapie und die Gruppenarbeit werde ich zunehmend befähigt, aus alten Mustern aussteigen zu können und neue gesunde Verhaltensweisen zu erlernen und mich Widerständen, Herausforderungen mutig, konsequent zu stellen.
Ein Verweilen in der Isoliertheit, ein Leben ohne den Austausch in meiner Gruppe hätte es mir niemals ermöglicht in der Weise, wie ich jetzt dazu fähig bin, Widerstandskraft, innere Stärke und Selbstliebe zu entwickeln.

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